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Konzept des Hospizvereins Bonn in der Coronakrise

 

DA SEIN - ein Kurzkonzept zur ambulanten Hospiz-, Sterbe- und Trauerbegleitung in Zeiten der Corona-Pandemie

von Birgit Pledl in Zusammenarbeit mit dem Team des Hospizvereins Bonn e.V.

 

Inhalt

Vorwort

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Einleitung

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Ziele des Kurzkonzepts zur ambulanten Hospiz-, Sterbe- und Trauerbegleitung in Zeiten der Corona-Pandemie

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Strukturelemente der ambulanten Hospiz-, Sterbe- und Trauerbegleitung in Zeiten der Corona-Pandemie

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Praktische Umsetzung der Hospiz-, Sterbe- und Trauerbegleitung unter Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln während der Corona-Pandemie

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Schlussbemerkung

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Vorwort

Da sein – von Mensch zu Mensch,

Unbürokratisch zu helfen, wo Hilfe und Unterstützung gebraucht wird,

Sich an die eigenen Fähigkeiten zu erinnern und die uns innewohnenden Kräfte zu mobilisieren,

Unser Wissen zu teilen und voneinander zu lernen, um gemeinsam stark zu sein,

Füreinander

In allen Lebensbereichen

        ist das, was jetzt zählt.

Lasst uns zu Begleitern füreinander werden –

im Leben wie im Sterben.

Diese Fähigkeiten tragen wir alle in uns! (Birgit Pledl)

 

1. Einleitung 

Nachdem auf Grund der absolut notwendigen Hygiene- und Verhaltensregeln im Zusammenleben und -arbeiten von Menschen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus eine bisher gängige Praxis der ambulanten Hospiz-, Sterbe- und Trauerbegleitung durch ambulante Hospizdienste nahezu unmöglich geworden ist, bedarf es neuer Ideen und Anregungen Zugehörige von Sterbenden, sowie Trauernde zu unterstützen, zu tragen und für sie da zu sein

In Zeiten, in denen An- und Zugehörige zusammen mit Pflegekräften und Ärzten mit wenig Unterstützung von außen Sterbebegleitung im noch möglichen Rahmen leisten, in denen ein Abschied am Sterbebett oder am Grab des Verstorbenen nur noch bedingt bis kaum mehr möglich ist und ein Haltgeben durch Familie und Freunde durch notwendige Kontaktregelungen nicht mehr im eigentlich notwendigen Maße erfolgen darf, sehen wir es als unsere Aufgabe an, Hospiz-, Sterbe- und Trauerbegleitung unter Einbeziehung der uns zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten neu zu gestalten und an die Bedingungen dieser Krisenzeiten anzupassen.

 

2. Ziele des Kurzkonzepts zur ambulanten Hospiz-, Sterbe- und Trauerbegleitung in Zeiten der Corona-Pandemie

Das Konzept soll Anregung geben, die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen in Hospizdiensten zu überprüfen und sich je nach Möglichkeit auch während der Corona-Pandemie für die Zielgruppen der Hospizarbeit einzusetzen.

Ziel des Konzeptes ist eine möglichst deutschlandweite, flächendeckende Hospiz-, Sterbe- und Trauerbegleitung unter Einhaltung der notwendigen Hygiene- und Verhaltensregeln im Rahmen der Corona.Pandemie aufrecht zu erhalten und alle an der Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen Beteiligte sowie Trauernde selbst zu unterstützen, zu beraten und zu stärken, im Rahmen der Möglichkeiten der ambulanten Hospizarbeit. Getragen von den ehren- und hauptamtlich Engagierten in den zahlreichen ambulanten Hospizvereinen und Hospizdiensten in Deutschland.

 

3. Strukturelemente der ambulanten Hospiz-, Sterbe- und Trauerbegleitung in Zeiten der Corona-Pandemie

Begleitung:

Schwerpunktverlagerung auf die Begleitung Zugehöriger und Trauernder!

Ausschließlich telefonisch/Videotelefonie.

Erstkontakt/Erstberatung/Anfragen über Telefon oder AB an Fachkräfte der ambulanten Hospizarbeit in den einzelnen Diensten.

Bei Bedarf und weiterem Begleitwunsch der Anfragenden Übergabe der Begleitung an dafür bereitstehende Ehrenamtliche.

-> Einzelbegleitung via Telefonkontakt; Erstkontakt Anfragender zu Ehrenamtlichen durch Ehrenamtliche.

Dokumentation:

Beschränkung auf ein Minimum: Name, Telefonnummer, Datum des/der Telefonats/-e; mündliche Einwilligung, diese Daten bei Bedarf an weiterbegleitende Ehrenamtliche weiterleiten zu dürfen, einholen (Datenschutz; Gewährleistung durch Fachkräfte); 

Dokumentation durch Ehrenamt ebenfalls auf ein Minimum beschränken (Datum, Name, Unterschrift des Ehrenamtlichen).

Praxisbegleitung/Reflektionsangebot für Ehrenamtliche:

Einmal wöchentlich und bei Bedarf telefonische Kontaktaufnahme der Fachkraft zu begleitenden Ehrenamtlichen; 

Austausch, Reflexion und ggf. Beratung.

Netzwerkarbeit/Öffentlichkeitsarbeit:

Machen Sie Ihr Angebot bekannt, und vernetzen Sie sich mit allen an der Versorgung und Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen Beteiligten in Ihrem Einzugsgebiet !

Pressemitteilung herausgeben, um ihr Angebot in der Bevölkerung bekannt zu machen;

Angebot auf die Homepage/Facebook setzen.

Bitten Sie alle Dienste und Einrichtungen, mit denen Sie in Kontakt treten, ihr Angebot zu teilen und weiterzuleiten!

Andere Hospizdienste/bestehende Netzwerke

Krankenhäuser/Kliniken

Altenpflegeeinrichtungen

Ambulante Pflegedienste

SAPV-Teams

Hausärzte

Bestatter

Telefonseelsorge

Apotheken

Kirchengemeinden etc.

 

4. Praktische Umsetzung der Hospiz-, Sterbe- und Trauerbegleitung unter Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln während der Corona Pandemie

Verlagerung der direkten Beratung und Begleitung im persönlichen Kontakt auf das Beraten und Begleiten via digitaler Medien je nach Ausstattung und technischen Gegebenheiten in einzelnen Diensten.

Begleitablauf bleibt ähnlich der bisherigen Begleitform, jedoch unter Einhaltung des Fremd- und Eigenschutzes durch das ausschließliche Nutzen digitaler Möglichkeiten.

Klärung ggf. förderfähiger Begleiteinsätze mit Kostenträgern erst NACH der Pandemie!

 

5. Schlussbemerkung

Außergewöhnliche Umstände und Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass so viele Zugehörige und Trauernde wie nur möglich von der gemeinsamen Hospizarbeit aller Dienste auch in diesen schweren Zeiten profitieren können, und indirekt eine tragende, für- und umsorgende Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen möglich wird.

Die Autorin Birgit Pledl ist Gesundheits- und Krankenpflegerin, Fachkrankenschwester „Palliative Care“, Psychoonkologin DKG (beratend), Fachkraft für ambulante Hospizarbeit (Koordinatorin)

Foto: Ebba Hagenberg-Miliu

 

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